ÜBER UNS

Das Landesjugendwerk der AWO Bayern startet eine Initiative, die Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung zusammenbringt. In den nächsten Jahren werden zahlreiche Jugendliche mit Fluchterfahrung Anschluss zu ihrer Generation suchen. Unsere Initiative thematisiert die Lebenserfahrung dieser Menschen. Wir entwickeln mit Jugendlichen Begegnungen, aus denen heraus sich ein gemeinschaftliches Engagement auf Augenhöhe entwickelt. Die Jugendlichen beteiligten sich im Vorfeld an außerschulische Bildungsangebote, die in mehreren Präsentationen zu jugendpolitischen Fragestellungen rund um das Thema Integration Stellung bezog.

Hintergrund

Die Asylpolitik und die Situation der Flüchtlinge steht seit Monaten und Jahren im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Das Thema bewegt die Menschen und polarisiert. Einerseits versuchen die bayerischen Landkreise und Gemeinden, die Wohlfahrtsverbände und Ehrenamtlichen diese Herausforderung zu meistern. Andererseits sind viele Bürger*innen durch die stetig steigende Zahl von Neuankömmlingen verunsichert. Manche befürchten, dass sich ihre eigene Lebenslage durch den Zustrom verschlechtert.

Politische Gruppierungen versuchen in dieser Situation, Nutzen zu ziehen und neue Anhänger für sich zu gewinnen. Sie funktionalisieren das Thema und die damit verbundene gesellschaftliche Herausforderung. Sie beteiligen sich an der öffentlichen Debatte mit populistischen und mitunter rassistischen Äußerungen.

Die Gemeinde Poing - Vorreiterin in Bayern

Poing ist eine familienfreundliche Gemeinde, hat den sozialen Wohnungsbau sehr ernst genommen. In Fragen der Integration hat die Kommune eine Vorreiterrolle. Vor wenigen Jahren hat der Bayerische Jugendring zu einer Tagung nach Nürnberg eingeladen. Gemeindereferent*innen aus ganz Bayern kamen zusammen, um über die Herausforderungen in der Integrationspolitik zu beraten.
Im Nürnberger Presseclub waren zahlreiche Vorträge zu hören. Herausragend war ein nicht geplanter Impuls des Poinger Gemeinderatsmitglied Omid Atai. Er stellte spontan das ausgearbeitete Integrationskonzept seiner Gemeinde vor. Es hatte Hand und Fuß, und wurde ihm buchstäblich von zahlreichen Gästen aus der Hand gerissen. Während der Poinger Gemeinderat mit seiner Verwaltung bereits erste Schritte wagten, waren viele bayerische Gemeinden mit den Neuankömmlingen überfordert.

Nach dieser Tagung und vielen weiteren Gesprächen hatte das Landesjugendwerk der AWO Bayern den Beschluss gefasst, ein Modellprojekt in Poing zu starten. Junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung sollen Eigeninitiativ und auf Augenhöhe Jugendpolitik betreiben. Poing bot aus der Sicht des Verbandes die besten Voraussetzungen dafür. Ausschlaggebend dafür war das erfolgreich umgesetzte Integrationspapier der Gemeinde.

Jugendarbeit setzt Zeichen

Demokratisches Denken und Handeln ist in der Jugendverbandsarbeit Maxime. Jugendarbeit beruht auf Freiwilligkeit. Selbstinitiative und Eigensinn sind gefragt, emanzipatorische Wille, der Mut zum Scheitern. An der Jugendverbandsarbeit lässt sich ablesen, was wirklich geht – und was weniger.